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franzi

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Die Einzige in deinen Augen die Unendlichkeit

Die Einzige: In deinen Augen die Unendlichkeit - Jessica Khoury, Ursula Höfker

Die Einzige

in deinen Augen die Unendlichkeit

 

Jessica Khoury

 

Verlag: Arena

Seiten: ca. 432

gebunden

Preis: 17,99 Euro

ISBN: 978-3-401-068695

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Klappentext:

Der Dschungel verbirgt ein Mädchen, das nicht sterben kann.

 

Als Pia ihm begegnet, weiß sie nicht wohin sie blicken soll. Diese unglaublich blauen Augen. Die wilden Zeichen, die seinen Körper bedecken. Seine Lippen, die ihren Namen so aussprechen wie niemand zuvor. Pia weiß, dass Eio sterblich ist. Im Gegensatz zu ihr, der ersten und einzigen Unsterblichen. Sie weiß, dass sie zusammen keine Zukunft haben. Doch obwohl alles gegen sie spricht, ist ihre Liebe das Einzige, wofür Pia kämpfen wird.

 

Cover:

Ich finde das Cover einfach nur gelungen. Das ganze Bild ist übersät von grünen Pflanzen und lila Orchideen. Zwischen den Gewächsen des Dschungels steht die Silhouette eines Mädchens. Sie ist komplett weiß und sticht stark hervor. Ich finde es toll, dass das Bild das Mädchen nicht wirklich zeigt. So bleibt der eigenen Fantasie genug Spielraum sie sich vorzustellen. Der Hintergrund ist ebenfalls perfekt gewählt, denn der Großteil der Geschichte spielt sich ja auch im Dschungel ab. Ich mag die Farben und die Atmosphäre des Bilds einfach.

 

Geschichte:

Pia ist die Erste. Das Ergebnis einer Jahre langen Versuchskette, die die selektive Zucht von ganzen fünf Generationen Menschen beinhaltet hat. Verborgen zwischen den gigantischen Bäumen des Amazonas spielte sich Jahre lang das geheimste Experiment der Welt ab. Pia war immer das Ziel. Sie ist der einzige Grund für diese Station. Der einzige Grund für all diese Wissenschaftler dort zu sein, denn sie ist die erste und einzige Unsterbliche. Während sie von den Mitarbeitern des Labors zur Wissenschaftlerin ausgebildet wird, alles über den Dschungel lernt und versucht genauso sachlich und objektiv zu sein, wie alle anderen, die sie kennt auch, wird sie in little Cambridge gerade zu festgehalten. Sie hat noch nie einen Schritt in den Dschungel gesetzt, noch nie eine Karte der Welt gesehen und die oberste Regel im Camp ist es in ihrer Nähe nicht über die Außenwelt zu reden. Als sie die Möglichkeit bekommt für einen kurzen Moment unbemerkt das Geländer zu verlassen, ergreift sie sie und trifft zwischen den Bäumen auf Eio. Er ist der erste gleichaltrige Junge, der ihr jemals begegnet ist und seine Art ist gänzlich anders als alles was sie kennt. Dieser Junge, mit den strahlend blauen Augen und den wilden Kriegsbemalungen auf dem Körper, denkt mit dem Herzen und bringt Pia bei auch auf ihres zu hören. Immer öfter schleicht sie sich vom Gelände. Obwohl alles dagegen spricht verlieben sie sich in einander. Eio wird irgendwann sterben und das kann niemand ändern. Er ist weder perfekt, noch wird er es jemals sein. Trotzdem schafft er es sie und ihre Sicht auf die Welt zu verändern. Langsam muss Pia erkennen, dass Little Cambridge nicht der glorreiche Ort ist, für den sie ihn immer gehalten hatte. Manche Geheimnisse sind zu grausam um gelüftet zu werden.

 

Die Autorinnen:

Jessica Khoury wurde in Georgia geboren und wuchs auch dort auf. Trotzdem hat sie auch schottische und syrische Verwandte. Sie ist verheiratet und studiert zur Zeit Englisch. In ihrer Freizeit trainiert sie Kinder in Fußball. „Die Einzige“ ist ihr Debütroman.

 

Meine Meinung:

Ich finde das Buch einfach großartig. Die ganze Idee ist nicht nur sehr originell, sondern auch wirklich durchdacht umgesetzt. Der Großteil der Geschichte spielt in Little Cambridge, einer wissenschaftlichen Station mitten im Amazonas. Der Großteil der dort lebenden Wissenschaftler wurde auch dort geboren, die meisten anderen sind schon vor Jahren zugezogen.

 

Es gibt einen guten Grund, dass das Labor versteckt im Dschungel aufgebaut worden ist, denn die ethischen Ansichten der Gründer ließen sich damals nur sehr schwer mit denen der Welt vereinbaren. Auch Pia wird nach dem Grundsatz erzogen, dass um den Fortschritt einer ganzen Rasse voranzutreiben nicht auf einzelne Individuen geachtet werden kann. Im Klartext: Die Schwachen sind es nicht wert um zu leben, wenn sie dadurch die starken behindern. (Oder es irgendwann einmal tun könnte). Für jeden normalen Menschen klingt das einfach nur anmaßend. Trotzdem konnte ich die Wissenschaftler mit denen Pia so zu tun hatte anfangs wirklich leiden. Little Cam hat mich fasziniert und gefesselt.

 

Allein die Beschreibungen der verschiedenen Labore und Zimmer, der Glashäuser mit Blick auf den Dschungel und der gleichen, sind so detailliert und realistisch, dass ich das Gefühl hatte einen Film an zusehen. Anfangs habe ich diesen Ort wohl genauso wie Pia gesehen. Man lernt ihn erst mit dem Mädchen zu verstehen und zu hassen. Ich konnte mich auf jeder einzelnen Seite genau in sie hineinversetzen. Viele der Experimente denen sie ausgesetzt war, waren wirklich grausam und mir wurde teilweise richtig schlecht. Als sie das erste mal den Dschungel erkundet, kann man ihre Aufregung regelrecht spüren. Alles ist so detailliert und mit so viel Atmosphäre geschrieben.

 

Eios Leben ist ganz anders als Pias. Er kennt den Dschungel wie seine Westentasche und ist von Anfang an entrüstet, wie unfrei Pia ihr Leben leben kann. Ich mochte wie die beiden unter einander agierten und die Bewohner seines Dorfes sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Die ganze Geschichte ist durchgehend interessant und spannend geschrieben. Ich hatte nie das Gefühl, die Geschichte würde nicht voran kommen.

 

Alle Charaktere scheinen irgendwie bedeutend zu sein und zeigen so viele Facetten, dass ich wirklich beeindruckt war.

 

Besonders faszinierend fand ich Dr. Harriet Fields. Sie kommt am Anfang des Buches neu nach Little Cam und hat ganz andere Ansichten als die anderen Wissenschaftler im Camp. Sie ist nach Pia wahrscheinlich eine der jüngsten im Lager, wild, aufgeweckt und zu Beginn: absolut unaufgeklärt. Sie hat keine Ahnung was genau in der Station erforscht wird und sieht in Pia deswegen auch mehr einen 17-jährigen Teenager, als eine unsterbliche, perfekte Wissenschaftlerin. Ich mochte ihren Humor und ohne sie hätte mir das Buch wahrscheinlich nicht annähernd so gut gefallen. Sie spielt in den Entwicklungen der Geschichte eine wichtige Schlüsselrolle.

 

Paolo konnte ich dagegen lange nicht einschätzen. Er ist der führende Wissenschaftler in little Cambridge und auch derjenige, der Pia ihren Namen gegeben hat. Ich wusste oft nicht, ob ich ihn jetzt nett fand oder eben nicht. Die Autorin hat ihn einfach fantastisch beschrieben. Sein Charakter ist nicht leicht zu durchschauen und sehr komplex aufgebaut. Er war nach Pias Mutter schließlich einer der Charaktere, die ich am aller meisten verabscheut habe. (Ja solche Gefühle löst das Buch auch oft aus). Der Schreibstil ist sehr prägnant, einfach und flüssig zu lesen und sehr beschreibend. Alles in allem kann ich an diesem Buch wirklich absolut nichts aussetzen. Ich fand es perfekt und muss sagen, dass es große Chancen darauf hat, mein Lieblingsbuch 2013 zu werden. Deshalb kann ich natürlich nicht anders als 5 von 5 Punkten zu vergeben.

Quelle: http://mywrittenheartbeat.blogspot.de