80 Follower
6 Ich folge
franzi

franzi

Timeless: Roman

Timeless  - Alexandra Monir, Antoinette Gittinger Ich persönlich mochte das Buch. Alexandra Monir beschriebt das Amerika des 20. Jahrhunderts so detailliert und facettenreich, als wäre selbst dabei gewesen. Ich konnte das Anwesen der Windsors und die Straßen New Yorks fast vor mir sehen und habe sämtliche Szenen genossen. Micheles Verhalten ist sehr authentisch und nachvollziehbar. Sie leidet unter dem Verlust ihrer Mutter und traut ihren Großeltern nicht über den Weg. Sie fühlt sich missverstanden und überrumpelt und wünscht sich einfach nur ihr altes Leben zurück. Es ist ihr egal, wie mächtig und reich ihre Familie ist und mit den arroganten Töchtern anderer Elite Familien will sie nichts zu tun haben. Sie ist bodenständig und höflich und war mir von Anfang an sympathisch. Die Szenen mit ihren Großeltern wirken gewollt kalt und emotionslos, man spürt aber, dass sie sich im Laufe des Buches näher kommen und weiter entwickeln. „Plötzlich wurde die Stille durchbrochen. Jemand pfiff- eine langsame Melodie, bei der sich Micheles Nackenhärchen aufstellten. Sie riss die Augen auf- gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie sich jemand zu dem Mädchen im Spiegel gesellte. Michele stockte der Atem. Sie fühlte sich wie gelähmt, unfähig, irgendetwas anderes zu tun, als ihn durch das Glas hindurch anzustarren.“ Daniel wächst Anfang des 20. Jahrhunderts auf und lebt deshalb in einer vollkommen anderen Welt als Michele. Trotzdem wirkt es, als würde er eigentlich in unsere Zeit gehören. Michele stellt einmal fest, dass der Junge seiner Zeit voraus ist und ich finde damit liegt sie genau richtig. Er will aus Liebe heiraten und nicht um das Vermögen seiner Familie zu vermehren. Er ist gegen Rassismus und ein begnadeter Klavierspieler und Komponist, doch seine Musik wird in seiner Zeit nur vernichtend als „Negermusik“ beschimpft. Ebenfalls toll fand ich die anderen Charaktere aus der Vergangenheit, wie Clara und Micheles Großmutter Lily. Sie waren beide sehr unterschiedlich. Clara ist eher schüchtern und zurückhaltend und Lily das genaue Gegenteil: Kess, Wild und ehrgeizig. Ein etwas schwächerer Charakter ist Micheles neue Freundin Caissie. Sie ist eigentlich sehr sympathisch, aber etwas hat mich doch gestört. Sie ist ein Ass in der Schule und vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer liegen ihr. Auch wenn ich Naturwissenschaften selbst verabscheue ist das natürlich kein Grund sie nicht zu mögen, aber sie ist gleichzeitig auch die einzige, die von Micheles Zeitreisen weiß. Trotzdem akzeptiert sie die Geschichte einfach und glaubt ihrer Freundin. Nicht nur das: Sie begründet das Prinzip der Zeitreisen auch noch mit Albert Einstein. Ja ne... . Ich lese ja gerne Fantasy, aber ich würde niemals, in hundert Jahren nicht, versuchen irgendein magisches Phänomen physikalisch zu erklären. Ebenfalls etwas unglaubwürdig war die Beziehung von Philip und Michele. Es ging einfach so verdammt schnell. Meiner Meinung nach sogar etwas zu schnell. Es fällt mir immer etwas schwer an Liebe auf den ersten Blick zu glauben und mich interessiert immer noch, warum ausgerechnet Philip sie sehen kann, wenn sie doch für alle anderen, ausgenommen Clara, unsichtbar zu sein scheint? Auch das Familiengeheimnis war eigentlich recht offensichtlich. Ich bin von vielem eigentlich schon wie selbstverständlich ausgegangen, bevor Michele auch nur im Ansatz daran dachte. Trotzdem werden in diesem Band noch längst nicht alle Fragen geklärt und ich bin gespannt ob die folge Bände meinen Wissensdurst stillen werden. Alles in allem ist „Timeless“ ein sehr schönes und besonderes Buch. Alle Fans von Zeitreiseromanen, Romanzen und historischen-Romanen, werden wohl ihren Spaß daran haben. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Leaves.