80 Follower
6 Ich folge
franzi

franzi

Boy Nobody

Boy Nobody: Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder. - Allen Zadoff
Boy Nobody
 
Ich bin dein Freund.
Ich bin dein Mörder.
 
 
 
Verlag: Bloomoon
Preis: 16.99 Euro
Seiten: ca. 334
gebunden
ISBN: 978-3-8458-0005-9
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Klappentext:
Sie wollten den perfekten Soldaten:
Einen, der in jeder Situation zuschlagen kann,
einen, der keine Gefühle kennt.
Einen, der sein Zielobjekt jederzeit schnell
und effektiv aus dem Weg räumen kann.
 
Sie bekamen mich- Boy Nobody
Ich bin 16, habe keinen Namen und keine Geschichte.
 
Ich bin gut, ich bin der Beste.
Bis mir ein Fehler passiert,
ein unverzeihlicher Fehler:
Ich habe begonnen mich zu verlieben...
 
 
Cover und Gestalltung
Das Cover war der Grund, dass ich sofort auf das Buch aufmerksam geworden bin. Ich liebe es einfach. Es ist anders, es ist düster, bringt Atmosphäre rüber und wirkt einfach wie ein einziges Versprechen auf ein gutes Buch. Man sieht einen Jungen der in einen dunklen Park rennt. Der rote Titel dominiert das Bild und darauf befindet sich ein Zielkreuz. Das Buch selbst hat den selben rot-orangen Farbverlauf wie der Titel. Auch hier befindet sich ein Zielkreuz nur wurde die Mitte dieses mal von einer Kugel durchschlagen. Die dazu gehörige Austrittsstelle befindet sich auf der Rückseite des Buchs.
 
Die Geschichte:
Der Protagonist nennt sich den Großteil der Geschichte Benjamin, also nenne ich ihn jetzt einfach mal so. Ben ist erst 16 Jahre alt, aber bereits ein Soldat. Er wurde als Auftragsmörder ausgebildet und sein Programm schickt ihn ständig mit bestimmten Zielobjekten durch die Welt. Das Prozedere verläuft immer gleich: Der Junge wird in eine Schule eingeschleust, freundet sich da mit einer Kontaktperson an und gelangt über diese in die Nähe seines Zielobjekts- meistens ein Elternteil dieser Person- und schaltet diese dann unauffällig aus. Darin ist Benjamin gut. Der Beste. Dieses mal läuft jedoch alles anders. Sein Zielobjekt ist eine Person, die stark in der Öffentlichkeit steht und er hat nur 5 Tage um den Auftrag zu erfüllen. Seine Kontaktperson ist dieses mal ein Mädchen und bringt ihn gehörig durcheinander. Samara lässt ihn an allem zweifeln, das er von dem Programm jemals beigebracht bekommen hat. Sie lässt ihn fühlen, aber wie kann er sich in ein Mädchen verlieben, wenn es seine Aufgabe ist dessen Vater zu töten?
 
Der Autor:
Allen Zadoff wurde schon mit diversen Preisen ausgezeichnet. Im englischsprachigen Raum hat er bereits einen enormen Bekanntheitsgrad erreicht. Er wurde in Bosten geboren, es weiß nur niemand wann, denn um sein Alter macht er ein Geheimnis. Zu  "Boy Nobody" wurde er durch ein Gespräch mit einem jungen Soldaten inspiriert.
 
Meine Meinung:
„Boy Nobody“ ist ein Buch, das ich so in dieser Art noch nirgendwo gelesen habe. Die Geschichte ist spannend und facettenreich, wer aber auf einen Liebesroman hofft wird enttäuscht werden. Das hier ist ein Actionthriller. Etwas Romantik kommt natürlich vor, steht aber nicht im Vordergrund.
 
Der Protagonist ist die Sorte Mensch, den man nicht wirklich ins Herz schließen kann. Er wurde dazu gedrillt keine Gefühle zu empfinden, keine Angst zu haben und keine Reue zu verspüren. Anfangs war das etwas schwierig, aber man hat dafür direkt gemerkt wie sehr sich Benjamin im Laufe der Geschichte verändert. Je mehr er sich auf Samara einlässt, desto öfter denkt er an seine Vergangenheit und an seine leiblichen Eltern. Man erfährt wie er an das Programm geraten ist und lernt ihn zu verstehen. Oder zumindest sollte das so sein. Ich habe mir oft nur gedacht: Wo ist der Hass? Er müsste das Programm verachten, verfluchen, sich mit aller Kraft an diesen Menschen rächen wollen. Stattdessen wird er einer von ihnen. Man könnte sagen, das er einfach gebrochen worden ist.
 
Samara ist ebenfalls kein „Kuschel-Charakter“. Sie ist die Tochter des Bürgermeisters von New York, sehr temperamentvoll und hat eigentlich immer etwas sehr geheimnisvolles an sich. Es gab Kapitel da mochte ich sie und dann wieder andere, in denen ich sie furchtbar fand. Vor allem jetzt am Ende des Buchs, kann ich überhaupt nicht mehr sagen, wie ich sie nun finden soll. Ich glaube das spricht jedoch für die Geschichte.
 
Die Charaktere haben zwar nicht besonders viel Tiefe, der Autor macht dies jedoch durch eine unheimlich bedrückende Atmosphäre und Spannung wieder wett. Gerade am Ende kommen noch ein paar neue Fragen auf, deren Antworten wir nicht mehr bekommen. Das könnte ein Anzeichen für eine Fortsetzung sein, ich bin mir aber auch nicht ganz sicher. Manche Bücher enden ja einfach so radikal und zu dieser Geschichte würde das definitiv passen. In diesem Fall können wir aber wohl mit einer Trilogie rechnen.
 
Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen. Er ist sicherlich etwas ungewöhnlich, liest sich aber sehr angenehm. Das Ende hinterlässt einen bleibenden Eindruck und macht „Boy Nobody“ zu einem dieser Bücher, nach denen man erst mal etwas Abstand braucht, bevor man wieder ein anderes Buch in die Hand nehmen kann. Da ich mit den Charakteren leider nie ganz warm geworden bin, die Geschichte aber trotzdem sehr spannend und unterhaltsam fand, vergebe ich 4 von 5 Punkten.
Quelle: http://mywrittenheartbeat.blogspot.de/2013/09/boy-nobody.html